Sovrano Militare Ordine di Malta - Delegazione di Bolzano - Alto Adige
Souveräner Malteser Ritterorden - Delegation Bozen - Südtirol
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Malteserorden bei Bischof Ivo Muser

Bozen – Der in Nachfolge von Carl Baron Eyrl erst kürzlich neugewählte Südtiroler Delegat für das Großpriorat Lombardei-Venedig des Souveränen Malteser Ritterordens, Hans-Christoph Baron Hohenbühel, stattete Bischof Ivo Muser einen Antrittsbesuch ab. Der Delegat wurde von seinen Ratsmitgliedern und dem Kommunikationsbeauftragten des Malteserordens für Südtirol begleitet. Das Treffen diente dem Informationsaustausch über anstehende Entwicklungen.

Bischof Ivo Muser nahm sich lange Zeit für die Delegation des Malteserordens, der mit seinen Gastgeschenken auf seine über 900-jährige Geschichte aufmerksam machte. Der neue Delegat bedankte sich beim Bischof für die Bereitstellung von zwei Ordenskaplänen, Ulrich Fistill und Johannes Noisternigg, die den Mitgliedern und Betreuten der Delegation Bozen-Südtirol geistlichen Beistand leisten, und informierte den Bischof über die laufenden Entwicklungen im Malteserorden in der Welt, im Großpriorat Lombardei-Venedig und in der Delegation Südtirol.

Zur Sprache kamen die Beziehungen zum Heiligen Stuhl, die durch die laufende Ordensreform auf eine neue Ebene gestellt wurden. Wesentlich sei das bekräftigte Bekenntnis zu einem religiösen Orden, so der neue Delegat, der auch Mitglied einer römischen Kommission zur Verfassungsreform ist. Eine große Bedeutung maß der Delegat der jüngsten Anerkennung des Ordens durch die Bundesrepublik Deutschland bei, durch die der Malteserorden nun auch in Europa stärker verankert ist.

Der Malteserorden unterhält nun zu 107 Staaten der Welt diplomatische Beziehungen. Sie sind eine wesentliche Grundlage der karitativen Tätigkeit des Ordens, aber für diesen auch eine konkrete Möglichkeit, am Weltfrieden mitzuarbeiten. So sind die Malteser in 120 Ländern, häufig in großen Krisengebieten, mit Hilfswerken im Einsatz. Bis Anfang Mai 2018 sollte von den Justizrittern mit Mönchsgelübden und den Vertretern der einzelnen Ordensstrukturen ein neuer Großmeister gewählt werden.

In Südtirol ist der Malteserorden auch bei der Begleitung von Kranken und geistig oder körperlich beeinträchtigten Personen auf Wallfahrten nach Lourdes, Loreto oder zu lokalen Wallfahrtsorten tätig. Er stützt sich dabei auf seine derzeit 27 Mitglieder und auf eine größere Gruppe freiwilliger Helferinnen und Helfer. Neben dem ganzjährigen Einsatz der Ordensmitglieder gibt es auch ein öffentliches Engagement, etwa im Bereich der Bischof-Karl-Golser-Stiftung und im Komitee zur Erhaltung der St.-Johann-Kirche in Bozen Dorf. Auf die Frage des Bischofs nach Neuaufnahmen, konnte der Delegat auf einige Kandidatinnen und Kandidaten verweisen. Ein strenges Aufnahmeverfahren verhindere zwar ein rasches Wachstum, garantiere aber eine entsprechende Ernsthaftigkeit im Zugang zur Ordensmitgliedschaft.

Im Juli 2018 jährt sich das erste Auftreten des Malteserordens in Südtirol zum 800. Mal. Damals überließ Schwicker von Reichenberg dem Orden ein Hospiz bei St. Johann in Taufers, das die Ordensmitglieder des hl. Johannes zu Jerusalem über mehrere Jahrhunderte führten. Ein gemeinsamer Besuch dieser historischen Stätte ist im Jubiläumsjahr geplant. Zur Festigung der Gemeinschaft soll in diesem Jahr auch ein neuer operativer Sitz in der Neapelstraße 1 in Bozen eingeweiht werden.

Das weltweit bestehende hohe Ansehen des Malteserordens in karitativer, sozialer, aber auch diplomatischer Hinsicht rege leider auch einzelne Organisationen und Vereine dazu an, den Souveränen Malteserorden unter Verwendung seines Namens und seiner Embleme nachzuahmen, um aus dessen guten Ruf kommerziellen Nutzen zu ziehen. „Dies erschwert die Tätigkeit des Ordens, der auch auf Zuwendungen angewiesen ist“, bedauerte Baron Hohenbühel, „im Zweifelsfall können die Delegationen, Großpriorate und Botschaften des Malteserordens aber über die Rechtmäßigkeit solcher Vereine Auskunft geben (www.orderofmalta.int bzw. www.ordinedimaltaitalia.org)“.

Bischof Ivo Muser, der die Entwicklung des Ordens gut kennt, zeigte sich sehr interessiert an den Berichten des Delegationsrates. Mit dem bischöflichen Segen endete die über einstündige Audienz.